Das St.Galler Kleintheater

Vorverkauf ein Monat im voraus:
Klubschule Migros St.Gallen, Bahnhofplatz 2, St.Gallen
Reservation 058 568 44 49 oder >>> online
Abendkasse eine Stunde vor Beginn:
Kellerbühne St.Gallen, St.Georgen-Str. 3, 9000 St.Gallen, 071 223 39 59
 
Schauspiel von Lot Vekemans
 
  Falsch Mi 7. bis So 18. März, werktags 20 Uhr, sonntags 17 Uhr  


Foto: Dold AG Wallisellen (Grafik: Gina Montagna)



 

Schweizer Erstaufführung

Die holländische Dramatikerin Lot Vekemans schickt in ihrem Stück «Falsch» Figuren und Publikum auf Wahrheitssuche. Gibt es die eine Wahrheit, die «richtig» und «falsch» voneinander trennt? Ist Wahrheit nur eine Frage der Perspektive?

Die Schwestern Kat und Sis stehen nach einem tödlichen Verkehrsunfall unter dem Verdacht der Fahrerflucht. Kat hat betrunken auf dem Beifahrersitz geschlafen, kann sich an nichts mehr erinnern. Sis, die offenbar am Steuer sass, behauptet, nur gegen einen Leitpfosten gefahren zu sein.

In der beklemmenden Atmosphäre einer Zelle werden die Schwestern nicht nur mit unvorhergesehener Isolation, sondern auch miteinander konfrontiert. Gezwungen, sich selbst und ihr Verhältnis zueinander zu hinterfragen, decken sie gegenseitig schonungslos ihre Schwächen auf und verstricken sich in eine Diskussion über Schuld und Verantwortung, Wahrheit und ihre Zweifel daran.

Die Zuführung eines Unfallzeugen verändert das Kräfteverhältnis. Durch den von der Gesellschaft inzwischen völlig zurückgezogen lebenden Zellbiologen Ge finden sich die beiden dem wahren Hergang des Unfalls gegenübergestellt.

Nun entscheidet sich, ob das zerbrechliche Verhältnis der Schwestern standhalten kann – aber auch, im Falle von Ge, ob Neutralität von Zeugenschaft nur eine Behauptung ist.

Die Jury des seit 2007 alle fünf Jahre vergebenen Stückepreis der Königlichen Akademie für Niederländische Sprache und Literatur hat aus zwanzig neuen Theatertexten des Jahres 2013 einstimmig Lot Vekemans Stück «Falsch» nominiert.

In der Begründung heisst es, dass die aus der erzwungenen Isolation erwachsende Spannung und starke Dialoge dem Stück grosse Intensität verleihen und dem Theater, aber auch dem Publikum viele Interpretationsmöglichkeiten eröffnen.

Lot Vekemans gehört aktuell im gesamten deutschsprachigen Raum zu den viel beachteten und aufgeführten Theaterautorinnen. Die Kellerbühne bringt ihr Stück «Falsch» unter der Regie des Hausherrn Matthias Peter zur Schweizer Erstaufführung.

Die Rollen verkörpern Suly Röthlisberger (bekannt aus der TV-Serie «Der Bestatter»), Sabine Martin und Alexandre Pelichet.

Die Bühnenmusik steuert Stefan Suntinger bei.

Eine Produktion der Kellerbühne St.Gallen

Mit Unterstützung von Ostschweizer Stiftung für Musik und Theater, Lienhard-Stiftung, Dr. Fred Styger Stiftung, Ernst Göhner Stiftung


Aufführungsrechte:
Gustav Kiepenheuer Bühnenvertriebs-GMBH

Übersetzung aus dem Holländischen ins Deutsche:
Eva Pieper


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Die Autorin:

Die Dramatikerin Lot Vekemans, eigentlich Liselot Vekemans, wurde 1965 im holländischen Oss geboren. Sie studierte Sozialgeografie an der Universität Utrecht und machte eine Ausbildung als Theaterautorin bei «’t Colofon» in Amsterdam. Sie arbeitete als Journalistin und entschied sich 1999 ganz fürs Theater. Sie erhielt 2005 ein Stipendium des «Van der Viesprijses». 2010 erhielt sie für «Gif» den «Taalunie Toneelschrijfprijs». Vekemans schrieb in rascher Folge eine grosse Anzahl Theaterstücke. 2012 veröffentlichte sie mit «Een bruidsjurk uit Warschau» ihren ersten Roman über ein Dreiecksverhältnis zwischen einer polnischen Frau, die als «Katalogbraut» in die Niederlande geht, einem niederländischen Bauern und einem amerikanischen Journalisten. Der Roman wurde für den «Anton-Wachter-Preis» nominiert. Vekemans Theaterstücke wurden in über 20 Ländern aufgeführt. Vekemans wohnt in Frankreich und in Brabant.

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Das Produktions-Team:

Suly Röthlisberger (Rolle der Kat) studierte am Konservatorium Zürich Gesang und an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Hamburg Schauspiel. Von 1973 bis 1997 war sie u.a. am Theater am Neumarkt in Zürich, am Grenzlandtheater Aachen, am Ateliertheater in Bern, an den Wuppertaler Bühnen, am Stadttheater Lübeck und an den Kammerspielen in Düsseldorf engagiert. Von 1997 bis 2008 gehörte sie dem Ensemble am Theater Krefeld und Mönchengladbach an. Seither gastierte sie regelmässig am Stadttheater Bern, am Theater an der Winkelwiese in Zürich und dem Theater für den Kanton Zürich und arbeitete in Projekten des Regisseurs Thom Luz mit. Ab 2008 wurde sie mit der Fernseh-Soap «Tag und Nacht» in der Rolle der Vreni Gfeller in der Schweiz einem breiteren Publikum bekannt. Sie trat in mehreren Tatort-Folgen auf und spielt seit 2013 neben Mike Müller in der Krimi-Serie «Der Bestatter» die Erika Bürgisser. Im aktuellen Film von Rolf Lyssy «Die letzte Pointe» ist sie neben Monika Gubser in der zentralen Rolle der Chantal Blum zu sehen.
Trailer «Die letzte Pointe» ansehen: Klicken Sie hier
 
Sabine Martin (Rolle der Sis) absolvierte zuerst an der Ballettakademie Roleff-King in München eine Tanzausbildung. Während ihres ersten Tanz-Engagements mit Soloverpflichtung am Stadttheater Würzburg sammelte sie erste Schauspiel-Erfahrungen im Sprechtheater und studierte daraufhin an die Folkwang-Hochschule in Essen Schauspiel. Zu ihren Stationen gehören das Schauspielhaus Köln, das Stadttheater Aachen, das Landestheater Tübingen, das Theater Heilbronn und das Landestheater Linz. Von 2007 bis 2012 gehörte sie zum Schauspielensemble am Stadttheater Bern. Seither gastierte sie unter anderem am Theater Biel-Solothurn, beim Kulturwerk Baden, beim Theater Ressort k in Chur, Theater an der Rott, beim Theaterspectacel Wilhering und zuletzt am Zürcher Bernhard-Theater, wo sie im Musical «Cabaret», das im Herbst 2018 wieder aufgenommen wird, das Fräulein Schneider verkörpert. Ausserdem dreht sie gerade mit Urs Odermatt für sein neues Kinoprojekt «Kora».

Alexandre Pelichet (Rolle des Ge) durchlief seine Ausbildung zum Schauspieler an der Scuola Teatro Dimitri in Verscio und am Hamburgischen Schauspielstudio Frese. Danach wirkte er in Schauspiel- und Musicalproduktionen an über 20 verschiedenen deutschen Bühnen mit. Von 2007 bis 2012 war er Mitglied des Schauspielensembles am Theater St.Gallen und ist seither als freischaffender Schauspieler tätig. In den Kellerbühne St.Gallen wirkte er in den Eigenproduktionen «Malaga» von Lukas Bärfuss (2014), «Kulissenklatsch» nach Viktor Hardung (2015) und «Der Andere» von Florian Zeller (2016) mit. Seit 2014 spielte er in mehreren Produktionen des Zürcher Theater Rigiblick mit, zu denen «Shakespeares sämtliche Werke (leicht gekürzt)», der Mani-Matter-Abend «Ds Lied vo de Bahnhöf» und «Édith Piaf – Petite Grande Dame» gehören, die dort sporadisch noch immer auf dem Spielplan stehen. Aktuell ist er mit seinem Solostück «Das Leben ist gut» nach dem Bestseller von Alex Capus unterwegs.

Stefan Suntinger (Musik) erhielt ab neun Jahren klassischen Musikunterricht an der Klarinette. Während der Ausbildung zum Elektroniker erste Experimente mit selbstgebauten elektronischen Klangerzeugern. 1995 Aufnahme des Musikstudiums an der Jazzschule St.Gallen mit Hauptfach Saxophon. Seit dem Abschluss der Jazzschule St.Gallen arbeitet er als freischaffender Musiker, Musiklehrer und Softwareentwickler. 2003 Anerkennungspreis der Arbeitsgemeinschaft Rheintal-Werdenberg für sein Schaffen als Musiker. Von 1995 bis heute hat er zu mehreren Dutzend Theaterproduktionen die Musik beigesteuert. In der Kellerbühne hat er 2013 in «Nacht über Deutschland» Carl Mefferts Linolschnittzyklen an Saxophon und Bassklarinette live vertont, 2014 die Bühnenmusik für «Malaga» von Lukas Bärfuss und 2016 die Bühnenmusik für «Der Andere» von Florian Zeller geschrieben.
 
Matthias Peter (Regie) begann seine Theaterarbeit 1980. Engagements: Stadttheater Luzern und St.Gallen. Danach freie Theaterarbeit. Seit 2004 Leiter der Kellerbühne St.Gallen. Prägt seither deren Eigenproduktionen als Schauspieler und/oder Regisseur. (Werkliste unter: www.kellerbuehne.ch/Kontakt)