Das St.Galler Kleintheater

Vorverkauf ein Monat im voraus:
Klubschule Migros St.Gallen, Bahnhofplatz 2, St.Gallen
Reservation 058 568 44 49 oder >>> online
Abendkasse eine Stunde vor Beginn:
Kellerbühne St.Gallen, St.Georgen-Str. 3, 9000 St.Gallen, 071 223 39 59
 
Lisa und Laura Goldfarb
 
  klein & gemein - Schweizer Premiere Mi 20., Fr 22., Sa 23. März, 20 Uhr  


Foto: ZVG



 

Kabarett

Alles hat immer zwei Seiten – und entgegengesetzte Pole ähneln sich oft in frappierender Weise. Während in Politik und Gesellschaft die Positionen immer extremer, das Denken immer schwarz-weisser und die Bereitschaft, die andere Seite einer Geschichte zu hören, immer geringer werden, bleibt die Wahrheit mit ihren differenzierten Schattierungen oft auf der Strecke. Man bewegt sich in der eigenen «filter bubble» und nimmt nur Nachrichten und Meinungen wahr, die der eigenen ohnehin schon entsprechen.

Höchste Zeit, beide Seiten einer Medaille zu beleuchten und zu entlarven, wie oft sich rechts und links, reich und arm, progressiv und konservativ ähneln wie ein Zwilling dem anderen – und wer könnte das besser als Zwillinge selbst?

Die Goldfarb Zwillinge folgen dem Prinzip vom Kleinen ins Grosse, vom Privaten ins Öffentliche, vom Persönlichen ins Politische zu gehen. Alltagserfahrungen, mit denen jeder etwas anfangen kann, werden so zum «pars pro toto» für den Zustand der Gesellschaft. Nach diesem Prinzip können die Darstellerinnen in einem Moment zwei Schwestern im Streit um den Hausputz und im nächsten Augenblick zwei Gehirnzellen im Kopf von Donald Trump sein, ohne ein stringentes Narrativ zu verlassen.

Die Spielweise, die Lisa und Laura Goldfarb auszeichnet, beruht auf Tempo, überraschenden Wendungen, abrupten Rollenwechseln und hoher Dynamik. Die Themen dieses Theaterabends folgen der Spielweise: wie in einem Joyce’schen «stream of consciousness» oder den grossstadtneurotischen Dialogen des frühen Woody Allen galoppieren die Szenen hinter- und nebeneinander her, verwirren und entflechten sich, werden unterbrochen und wieder aufgenommen, so dass anstatt der klassischen und vorhersehbaren Nummern-Abfolge ein thematisches und textliches Gewebe entsteht, das immer wieder überraschend Volten ermöglicht und doch als gesamtheitliche Erzählung zusammenhängt.

Die Presse jubelte: «Ein neues Doppelgestirn am Comedyhimmel!» Und: «Stand-Up, wie man es hierzulande noch nicht gesehen hat: Sie sind bitterböse, poetisch und klug, sie tanzen, singen und kämpfen virtuos und noch dazu sind sie doppelt.»

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