Das St.Galler Kleintheater

Vorverkauf ein Monat im voraus:
Klubschule Migros St.Gallen, Bahnhofplatz 2, St.Gallen
Reservation 058 568 44 49 oder >>> online
Abendkasse eine Stunde vor Beginn:
Kellerbühne St.Gallen, St.Georgen-Str. 3, 9000 St.Gallen, 071 223 39 59
 
Matthias Peter spielt Silone
 
  Fontamara So 5. Mai, 17 Uhr sowie Mo 27., Mi 29. Mai, 20 Uhr  


Foto: ZVG



 

Schauspiel

Der italienische Schriftsteller Ignazio Silone beendet 1930 im Schweizer Exil seinen ersten Roman «Fontamara». Darin schildert er das Leben im ärmsten und rückständigsten Dorf der Marsica, in dem die sogenannten Cafoni, die Ärmsten unter den Bauern, leben und arbeiten. Aus den Perspektiven eines einfachen Landarbeiters, seiner Frau und ihres Sohnes führt er die Etablierung des italienischen Faschismus vor Augen.

Es ist eine erschütternde Geschichte von zunehmender Unterdrückung durch kontinuierlich neu erlassene Gesetze. Es ist eine berührende Geschichte über menschliche Einzelschicksale. Und es ist eine Mut machende Geschichte von erwachendem Widerstand gegen politische Willkür.

Der Schauspieler Matthias Peter erzählt sie in der Inszenierung von Nicole Knuth entlang einer schmalen Grenze zwischen Lachen und Entsetzen. In der Rolle des Schriftstellers nimmt er unmerklich die Haltung seiner Berichterstatter an und schlüpft aus deren Schilderungen heraus auch immer wieder in die Rollen der neuen faschistischen Obrigkeiten, von denen die Cafoni zunehmend drangsaliert werden.

So entwickelt sich rund um einen kleinen Schreibtisch ein faszinierendes vielstimmiges Schauspiel, das zeitlos aktuell von der Wahrung menschlicher Würde in schwierigen Zeiten berichtet.

Die St.Galler Theaterfassung von Matthias Peter beruht auf der 1933 im Zürcher Verlag Oprecht und Helbling erschienen Erstausgabe. Zum Abschluss einer kleinen Serie von auswärtigen Gastspielen steht die Inszenierung von 2013 auch nochmals auf dem Spielplan der Kellerbühne St.Gallen.

Eine Produktion der Kellerbühne St.Gallen mit Unterstützung der Ernst Göhner Stiftung

Aufbegehren oder Schweigen?
Kritik von 2013/14 im Tagblatt lesen: Klicken Sie hier
 

Das Tagblatt schrieb seinerzeit: «Mit minimalen Mitteln versteht es Peter, das Erzählte zum Leben zu erwecken. Manchmal verstärkt eine faschistische Bläserfanfare aus dem Lautsprecher den Ernst der Lage. Oder der aufgeblähte Schatten des Schauspielers an der Wand verdeutlicht, dass im Hintergrund noch Grösseres droht, als den kleinen Bauern lieb sein kann.»