Graziella Rossi
 
  Lydia – Ein Monodrama So 14. November, 17 Uhr  
Foto: ZVG

 

Theater

Hätte Shakespeare einen alternativen Namen für seine «Julia» gesucht, er hätte sie «Lydia» genannt.

Lydia Welti-Escher (1858-1891), eine der reichsten Frauen der Schweiz des 19. Jahrhunderts, löste einen epochalen Liebesskandal aus.

Die Schauspielerin Graziella Rossi schlüpft in ihre Rolle – in einem vom St.Galler Stoffdesigner Martin Leuthold gestalteten Kostüm – und bringt die Geschichte dieser bemerkenswerten, gescheiten Frau als spannendes Monodrama auf die Bühne.

Es bietet einen Rückblick auf intensive Lebensumstände und unerfüllte Liebesträume einer emanzipierten, starken und doch gescheiterten Frau des 19. Jahrhunderts.

Zum 130. Todestag der Tochter von Alfred Escher – und trotzdem top aktuell.

Regie: Damir Žižek.
 

«Bei diesem Einfrauspiel begegnet man einer Lydia, die man nicht so schnell vergisst. Sie, die Tochter des Zürcher Industrie-, Bank- und Eisenbahnpioniers Alfred Escher und damals eine der reichsten Frauen der Schweiz, die aus ihrer Ehe mit dem Bundesratssohn Friedrich Ernst Welti ausbricht und in Italien eine Liaison mit dem Maler Karl Stauffer-Bern beginnt, «dank» der von der Familie Welti angezettelten Intrigen im Irrenhaus landet und gebrochen in die Schweiz zurückkehrt und hier ihrem Leben ein Ende setzt … sie tritt in diesem Stück aus dem Schatten der biografischen Historie in eine beklemmende Gegenwart.

Es ist das Verdienst der Schauspielerin Graziella Rossi. Die international erfolgreiche Bühnenkünstlerin kommt mit wenigen Requisiten aus: ihr wandelbares weisses Kleid (Kostüm Martin Leuthold) mitsamt den hochgeschürten Schuhen, derer sie sich am Schluss entledigt, ein weisser Sonnenschirm, ein Koffer, ein kleines Buch. Den Rest macht einzig sie, eine Stimme, die dem Wortsinn nachspürt, dosierte, aber eindrückliche Gestik und Mimik und eine Präsenz, die das ganze Kellergewölbe füllt.»

(Martin Edlin, Schaffhauser Nachrichten)